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Schallschutzkabine (Bauart Rittershofer :-)


Schlagzeug ist kein leises Instrument und nicht jeder in der näheren Umgebung mag stundenlangem Üben zuhören. Helfen kann eine Schallschutzkabine, in der das Schlagzeug abgekapselt steht - also praktisch ein "Raum im Raum". Die folgende Beschreibung genügt für eine Kabine in einer solide gebauten Doppelhaushälfte mit Betonkeller, mag aber nicht ausreichend sein für eine Mietwohnung im dritten Stock.

Der Boden besteht aus einem stabilen Holzrahmen und darauf befestigten Verlegeplatten aus Pressspan. Der ganze Rahmen ist quadratisch mit 208 cm Seitenlänge und ruht über Holzbretter (zur besseren und gleichmäßigeren Gewichtsverteilung) auf 16 Verbundschaumstoffpolstern. Jedes Polster ist quadratisch mit 20 cm Seitenlänge und 10 cm Höhe. Nach vollständigem Aufbau der Kabine mit Schlagzeug wird der ziemlich feste Schaumstoff nur um etwa 5 mm zusammengedrückt - damit ist er immer noch elastisch genug, um die Übertragung von Schwingungen in den Boden des Gebäudes zu dämpfen.

Rahmen, der sich über Bretter auf Schaumstoffpuffern abstützt Schaumstoffpuffer und Eckverbindung Aufbringen der Bodenplatten

Die Wände bestehen aus 16 Schaltafeln vom Baumarkt mit den Maßen 200 cm mal 50 cm mal 2 cm. Sie werden über aufgeschraubte Steckscharniere miteinander verbunden. Bei den geraden Verbindungen der Wände sitzen die Scharniere außen, an den Ecken innen und müssen dort auch der spiegelbildliche Typ sein, damit der Aufbau fortlaufend in einer Richtung erfolgen kann. Eine der Tafeln wird nur einseitig verbunden und ist damit die Türe, die nach außen aufgeht, weil innen ohnehin wenig Platz ist; ein kleiner Riegel erlaubt das sichere Schließen der Tür von innen.

Steckscharnier zur Verbindung der einzelnen Wandteile

Die Innenwände werden mit dicken Teppichbodenresten aus dem Baumarkt verkleidet, zur Befestigung ist Tackern ideal. Auf dem Boden liegen ebenfalls Teppichreste, mindestens zweilagig. Hinter der Basstrommel steht ein großer Schaumstoffblock zur Dämpfung der lauten und tiefen Töne.

Trotz der Teppiche an den Wänden gibt es eine kleinen Nachhall, weil sich die Wände genau gegenüber stehen. Abhilfe ist für schlampige Heimwerker einfach: Alles krumm und schief aufbauen, keine rechten Winkel. Alternativ können auch schallbrechende und -schluckende Maßnahmen getroffen werden.

Zur Beleuchtung wird quer ein Holzbrett an den Seitenwänden eingehängt mit einer aufgeschraubten Leuchtröhre.

Blick in die Schallschutzkabine Blick in die Schallschutzkabine von oben

Ohne Dach wird sehr viel Schall über die Raumdecke und den Spalt zwischen Kabinenwand und Decke abgestrahlt. Als "Dachbalken" werden zusätzlich zum Brett mit der Beleuchtung zwei weitere Bretter an den Seitenwänden eingehängt. Darüber wird ein großes Tuch als erste Dachschicht gelegt und darauf dann Schaumstoffreste, Teppichreste, usw. - die Wirkung ist verblüffend.

Dachbalken mit Winkel zum Einhängen an den Seitenwänden Dachkonstruktion mit drei Balken, Stoffbahn und darüber Dammmaterial

Damit ist die Schallschutzkabine fertig aufgebaut. Bis auf den Boden ist sie leicht zerlegbar und transportierbar, beim Boden ginge es nicht ohne eine Teilzerlegung - jedenfalls dann, wenn der Boden nicht nur woanders im Raum hin soll oder hochgeklappt werden, sondern wirklich in einen anderen Raum transportiert werden soll. Verbesserungsmöglichkeiten sind: Befestigung der Seitenwände am Boden, Auskleidung der Kabine mit Schaumstoff.

Weitere Möglichkeiten der Schallreduzierung sind Rods an Stelle von Sticks, ein Dämpfungsring zumindest auf der Snaredrum und eine Dämpfung der Bassdrum auf beiden Seiten.

Rods Daempfungsring Bassdrum-Dämpfung auf der Vorderseite Bassdrum-Dämpfung auf der Rückseite


© Andreas Rittershofer 2005